Raus ins Leben

Editorial zum Schwerpunkt

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Freunde treffen, Erfahrungen machen, abhängen – was nicht zuletzt eine Jugend ausmacht. Foto: Uwe Umstätter/Westend61/Picture Alliance

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

und wieder sieht es nicht nach einem entspannten und zukunftsverheißenden Jahreswechsel aus. Während dieses Heft in Druck geht, schießen die Fallzahlen in die Höhe und es scheint nichts in Sicht, was den Trend dämpfen könnte. Raus ins Leben – angesichts der gegenwärtigen Coronasituation mag der Titel der neuen Einsichten-Ausgabe unangemessen zuversichtlich klingen. Er soll jedoch gerade daran erinnern, was Jugendliche in normalen Zeiten neben Schule oder Ausbildung so zu tun pflegen: Freunde treffen, Erfahrungen machen, abhängen.

Die Lernwissenschaftlerin Anne Frenzel, der Kinder- und Jugendpsychiater Gerd Schulte-Körne und Sabine Walper, Direktorin des Deutschen Jugendinstituts, beschreiben, wie es Kindern und Jugendlichen in den letzten zwei Jahren ergangen ist, was ihnen entgangen ist. Und sie skizzieren, wie wir unseren Kindern ihre Jugend wiedergeben könnten, die schon so lange on hold war.

Das neue Heft nimmt aber nicht nur eine Generation nach dem Lockdown in den Blick, sondern fragt umfassender nach den Lebensbedingungen von Jugendlichen heute. Die Sprachwissenschaftlerin Claudia Maria Riehl analysiert, wie Kinder Deutsch als Fremdsprache lernen und welche Akkulturationsleistung dies bedeutet, etwa wenn sie als Flüchtlinge gekommen sind. Die Kommunikationswissenschaftlerin Diana Rieger untersucht, wie Jugendliche im Netz von den neuen Rechten angelockt werden. Der Germanist Oliver Jahraus lenkt den Blick auf Geschichten von der Erfindung des eigenen Ichs – von Goethes Werther und anderer Jugendliteratur bis zu Social-Media-Profilen der Influencer. Die Japanologin Evelyn Schulz schließlich erinnert an das Phänomen Hikikomori; meist sind es junge Männer, die sich zu Hunderttausenden überfordert von den Zwängen einer rigiden Gesellschaft abkapseln. All diese Geschichten handeln von der wichtigen Zeit des Erwachsenwerdens.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre Einsichten-Redaktion

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